Die Postaffäre weitet sich aus

Die ärgerliche Situation mit dem zerstörten Briefkasten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem die Post kurzzeitig wieder zögerlich Briefe auslieferte, wurde jetzt unser Briefkasten mit Tape überklebt: “Caution – Wet paint!”
Briefkasten
Ich vermute, ein übereifriger Briefträger hat entgegen der Dienstanweisung doch Postsendunden in dieser behördlich nicht als sicher geltenden Postsendungsempfangsanlage deponiert und ein Vorgesetzter hat das mitbekommen und ist energisch eingeschritten. Jedenfalls hat unser Apartmentmanagement uns die frohe Nachricht überbracht, dass die Spezialanfertigung noch vier bis fünf Wochen auf sich warten lassen wird, und wir weiterhin die Post beim Postamt abholen müssten. Wir könnten aber einen Nachsendeauftrag an das Büro des Managements einrichten, sie würden sich freuen, die Post für uns in Empfang zu nehmen.
Also bin ich am Montag wieder etwas früher aufgestanden, um mich beim Postamt Sunnyvale in die lange Schlange der Weihnachtspaketeversender einzureihen. Nach einer gefühlten halben Stunde war ich auch schon an der Reihe. Kurz erklärte ich mein Anliegen, und der lethargische Beamte schlurfte wild entschlossen ins innere Sanktum des Postamtes. Irgendwie ist die Post überall auf der Welt gleich. Nach guten zehn Minuten kehrte er zurück, mit leeren Händen. “I’m sorry, I can’t give you your mail. I can’t find anything, it’s all mixed up.” Was?! Und wie soll ich an meine Post kommen? “It will be distributed once the new mailbox is in place.” Aber das kann fünf Wochen dauern! Schulterzucken. Voll ratloser Wut brauste ich vom Parkplatz in Richtung Büro.
Eine verärgerte Mail an das Apartmentmanagement wurde sogar beantwortet, wenngleich wenig befriedigend. Immerhin sind wohl mittlerweile die Materialien eingetroffen, jetzt muss die neue Box nur noch installiert werden. Hoffentlich noch dieses Jahr. Jetzt habe ich einen Nachsendeantrag gestellt. Ich hoffe nur, dass die Post die Absender nicht über meine neue Adresse informiert, und die sich nicht wundern, dass ich jetzt im “Leasing Office” wohne.
Rechtlich habe ich auch keine Handhabe, weil ein kaputter Briefkasten das Apartment nicht unbewohnbar macht, im Gegensatz z.B. zu kaputten Mülltonnen. Mieter sind in den USA nur ein klein wenig oberhalb von Obdachlosen angesiedelt. Langsam verstehe ich, warum hier jeder sein eigenes Haus haben will.

Kommentare

  1. December 16th, 2007 | 6:26 pm

    als treuer Leser aus der alten Welt zahl ich das Lesen mit Klicks auf Werbebanner, wenn das für dich OK ist? ;-)
    Gruß

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