Sommer (extended version)
Obwohl auch hier jetzt die Sonne schon um 17 Uhr untergeht, also bevor ich aus dem Büro komme, ist es ungewöhnlich freundlich für die Jahreszeit. Nachts sinken die Temperaturen schon mal unter zehn Grad, und es weht ein kühler Wind, aber tagsüber scheint die Sonne und die Lufttemperatur pendelt sich knapp unter 20 Grad ein. Warm genug also, um in der Mittagspause im kurzem Hemd zum Sandwichladen nebenan zu gehen. Oder um im Pullover mit offenem Verdeck zu fahren. Man darf nur nicht den Fehler machen und annehmen, dass das Wetter im Umkreis von 50 Meilen genauso schön ist. Wenn man dann z.B. an den Strand fahren will, kann es passieren, dass man in den Bergen plötzlich von kaltem Nebel eingehüllt wird, der umso dichter wird, je näher man an den Pazifik kommt.
Ansonsten pendelt sich das Leben so langsam hier ein. Kaum zu glauben, dass schon drei Monate vergangen sind. Wäre das ein sechsmonatiges Praktikum wie damals in 2001, dann wäre es jetzt schon halb vorbei.
Die nächsten Wochen versprechen ereignisreich zu werden: Letztes Wochenende feierte mein deutscher Kollege seinen 30. Geburtstag; diese Woche ist schon am Mittwoch zuende wegen Thanksgiving (mal schauen, was ich an dem langen Wochenende machen werde, meine Freunde hier sind leider in Texas bzw. Deutschland), dann kommt auch schon die Firmenfeier in Orange County und dann steht auch schon Weihnachten vor der Tür.
USPS hat sich übrigens wieder dazu entschlossen, trotz kaputtem Briefkasten die Post auszuliefern. Vielleicht weil sich langsam die Briefe bei ihnen stapelten? Mir soll’s recht sein, die Telefonrechnung usw. klaut sowieso keiner.


