Internetanschluss & Posträuber

Seit Donnerstag habe ich endlich einen eigenen Internetanschluss! Eigentlich hatte ich ja einen bestellt, schon bevor ich eingezogen bin, nämlich einen 10Mbit-Kabelanschluss (10Mbit down- und upstream!) für $40 monatlich. Nach meinem Einzug und bevor der Anschluss geschaltet wurde, hatte ich zu meinem Ärger festgestellt, dass ein netter Nachbar sein WLAN offengelassen hatte (SSID: “Apt3189_allWelcome_plzDontAbuse”), über das ich auch ganz passabel surfen konnte, allerdings nur im Bereich der Küche. Also freute ich mich auf meinen Kabelanschluss, mit dem ich dann ja unbegrenzte Freiheit in der Wohnung hätte. Als es dann endlich soweit war, folgte die Ernüchterung: Die 10Mbit waren schon da, allerdings nur für ein paar Sekunden, dann wurden die Verbindungen zurückgesetzt. Der Anschluss hatte also extremen Schluckauf, eine normale Internetseite konnte ich nur durch mehrmaliges F5-Drücken komplett laden, wirklich mehr als nervig. Der Support war zwar über eine kostenlose 800er-Nummer erreichbar, allerdings hatte ich damals nur ein Handy, so dass mich auch solche Anrufe Geld kosteten. Nach 10 Minuten in der Warteschleife folgte ich dem Rat der Stimme auf dem Band, mein Anliegen doch über die Webseite vorzubringen. Die Antwort auf meine Mail an den Support: Ich solle doch bitte die Hotline anrufen. Als dort wieder mein selbst gesetztes Zeitlimit von 10 Minuten in der Warteschlange verstrich, platzte mir der Kragen und ich kündigte. Freundlicherweise wurde mir fast der komplette Monatsbeitrag erstattet.
Also nutzte ich zunächst weiter das kostenlose offene Netz der netten Nachbarn aus Apartment 3189, bis diese es aus heiterem Himmel vor zwei Wochen abschalteten (gerade dann, als ich mir die 1.5GB große Demo von “Hellgate: London” runterlud, aber das war sicher nur Zufall… *hust*). Es gab zwar weitere offene Netze, diese konnte ich aber nur in der Nähe des Balkons empfangen, und selbst dann nur sehr schwach. Es wurde Zeit, mir doch einen eigenen Anschluss zu besorgen. Nach dem Kabel-Reinfall war das gute alte DSL angesagt. Der Telefonanbieter AT&T hat da ein erstaunlich gutes Angebot: Festnetztelefonanschluss für nur $5.70 monatliche Grundgebühr. Da ist dann allerdings kein Schnickschnack wie Anzeige der Rufnummer des Anrufers, Rückruf bei besetzt usw. dabei (dass müsste man alles extra bezahlen), und die Minute Ortsgespräch kostet $0.15 bzw. $0.25 tagsüber. Für insgesamt $11 gibt es allerdings einen Anschluss mit Ortsgespräch-Flatrate, wenn man dies braucht. Der Hammer ist allerdings der günstigste DSL-Tarif: $10 pro Monat für einen 768kbit-Anschluss, inkl. Flatrate. Insgesamt zahle ich also $15.70 pro Monat für Festnetz und unbegrenztes Internet. Nice! Beim Bestellen erlebte ich aber doch einen kleinen Telekom-Moment: Der Anschluss selbst wurde sogar einen Tag früher geschaltet als geplant, nur meine DSL-Geräte kamen und kamen nicht. Ein Anruf ergab, dass meine Internetbestellung “nicht durchgegangen sei”. Einen Tag nach dem Anruf kam allerdings schon der UPS-Bote und brachte das Modem, was auch sofort funktionierte. Das Modem musste man übrigens für $49.95 bestellen, allerdings gibt es darauf einen $50 mail-in-rebate.
Diese Rabatte sind hier ziemlich oft anzutreffen: Man kauft etwas für den Betrag x, und wenn man die Quittung und den von der Verpackung ausgeschnittenen Barcode an den Hersteller schickt, sendet dieser einen Scheck über y Dollar zurück. Offenbar eine Mischkalkulation, denn ein bestimmter Prozentsatz ist sicher zu faul/vergesslich, dieses Formular auszufüllen und einzuschicken. Außerdem kann der Händler mit dem günstigen “After rebate”-Preis werben. Dass dies tatsächlich funktioniert, konnte ich bereits bei meiner neuen Kamera feststellen. Günstigster Preis in Deutschland: EUR 499, günstigster Preis in den USA: $449, nach Rabatt $399. Ein paar Wochen nach dem Einschicken lag tatsächlich ein Scheck von Pentax im Briefkasten.
Dies führt zu teilweise bizarren Angeboten: Mein Telefon war praktisch kostenlos! Im Laden kostete es mit zwei Mobilteilen (wobei ich da natürlich nur eins brauche) $29.95, aber es gibt $25 mail-in-rebate. Der “Haken”: Das Telefon hat eine spezielle Taste, mit der man über einen speziellen Call-By-Call-Anbieter telefoniert, der aber gar nicht so schlechte Preise hat. Wenn man diesen nicht nutzen will, ignoriert man die grüne Taste einfach. Das ganze funktioniert nur prepaid, d.h. man schließt keinen Vertrag und muss nicht fürchten, dass irgendwann eine Rechnung ins Haus flattert. Der Clou: Man hat $5.85 Startguthaben, für das man z.B. 100 Minuten nach Deutschland telefonieren kann. Zwei Telefone, $5.85 Guthaben plus $25 Rabatt für einen Preis von $29.95 plus 8.25% Mehrwertsteuer… Nicht schlecht. Man muss nur hoffen, dass die Post die Briefe mit dem Formular bzw. dem Scheck nicht verschlampt.
A propos Post: In dieser Hinsicht ist hier etwas extrem Ärgerliches passiert. Unser Apartmentkomplex hat offenbar ein Sicherheitsproblem, denn nachts werden gern mal Autos in der Tiefgarage aufgebrochen. Daran konnte auch eine verstärkte Präsenz des Sicherheitsdienstes nichts ändern. Als ich vor einer Woche zur Arbeit gehen wollte, sah der Vorraum zum Aufzug in der Tiefgarage aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Jemand hatte die Verkleidung der Briefkästen aufgehebelt, und der Boden war komplett bedeckt mit Prospekten, Zeitschriften und Briefen. Nicht weiter wild, dachte ich mir, denn ich leere ja meinen Briefkasten jeden Abend, wenn ich von der Arbeit komme. Das dicke Ende kam aber erst noch: Solange die Briefkästen nicht repariert sind, liefert die Post keine Briefe mehr aus! Und es wird noch mindestens zwei Wochen dauern, bis die entsprechenden Teile geliefert werden. Das Angebot des Apartment-Managements, die Post für uns in Empfang zu nehmen, lehnte die Post ab: Man liefert nur an den tatsächlichen Empfänger. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die nächsten (mindestens) zwei Wochen regelmäßig zum Postamt zu fahren und meine Post dort abzuholen. Öffnungszeiten: 8 bis 17:30 Uhr, super! Zum Glück liegt es fast auf dem Weg zur Arbeit.

Kommentare

  1. December 14th, 2007 | 4:15 am

    [...] ärgerliche Situation mit dem zerstörten Briefkasten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem die Post kurzzeitig wieder zögerlich Briefe [...]

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