Kleine Fastfood-Kunde

Im Geburtsland der Fast-Food-Kette kommt man natürlich nicht drumherum, öfter mal diesem kulinarischem Hochgenuss ausgesetzt zu sein. Im Vergleich zu Deutschland sind die Optionen aber etwas zahlreicher, zumindest was die Ketten angeht. Deswegen hier mal eine kleine Übersicht über die lokalen Etablissements:

Mc Donalds: Der Inbegriff des Fast Food. Vom Angebot her kaum ein Unterschied zu Deutschland, nur dass das Salatdressing von Paul Newman geliefert wird (ja richtig, dem Schauspieler), und das ist wirklich gut. Mein Tipp: Das asiatische Ingwer-Sesam-Dressing. Ansonsten sind die Burger genau so blass und gleichmäßig durchgebraten wie in Deutschland.

Burger King: Komischerweise war ich hier noch in keinem Burger King, wenn ich mich recht entsinne. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich in Deutschland in letzter Zeit schlechte Erfahrungen mit der Frische des Brötchens gesammelt hatte, die waren nämlich teilweise regelrecht altbacken.

Subway: Ebenfalls bekannt in Deutschland, ebenfalls keine nennenswerten Unterschiede. Vermutlich die gesündeste Option unter allen genannten Ketten, vorausgesetzt, man wählt das richtige Sandwich. Allerdings auch vergleichsweise teuer.

Jack in the Box: Von den Einheimischen liebevoll “Jack in the Crack” genannt, sind diese kleinen Hütten an fast jeder Straßenecke zu finden, und meistens 24 Stunden am Tag geöffnet. Als neuester Marketinggag wird Frühstück rund um die Uhr serviert. Die Preise sind sehr günstig, und das Angebot offenbar aus den erfolgreichsten Komponenten der Konkurrenz zusammengestellt. Das Flaggschiff, der “Sirloin Burger”, bietet zwar wirklich gutes Fleisch, aber das Brötchen ist merkwürdig gelblich und süß. Alles hat irgendwie den gleichen Geschmack nach ranzigem Fett, und anschließend fühlt man sich, als hätte man einen japanischen Zen-Garten verdrückt. Meiner Meinung nach die ungesündeste Option. Nur für den Notfall.

Carl’s Jr.: Wirbt damit, nur echtes “Angus Beef” zu verarbeiten, was Konkurrent Jack in the Box in einem Fernsehspot auf die Schippe nahm, indem er andeutete, von welchem Teil des Rinds dieses Angus-Fleisch stammt (man streiche das “g”…). Jetzt streiten sich die Kontrahenten vor Gericht, da Jack in the Box angeblich dadurch den Eindruck erweckte, das Fleisch sei von minderer Qualität. Abseits dieses Scharmützels ist das Vorzeigeobjekt von Carl’s Jr., der “Six Dollar Burger” wirklich empfehlenswert: Das Fleisch ist scharf angebraten, hat eine leichte Kruste und ist innen saftig. Er ist in mehreren Varianten erhältlich (mein Favorit: Guacamole-Bacon) und reichhaltig mit Salat und Tomaten belegt, wobei letztere aber extrem holländisch (sprich: nach gar nichts) schmecken. Der Nachteil: Der Burger ist so groß und unhandlich, dass er kaum unfallfrei zu essen ist. Zum Glück stehen Spender mit Papiertaschentüchern auf jedem Tisch, was auch wirklich nötig ist. Der Burger ist extrem sättigend, so dass die $7-8 für das Menü wirklich gut angelegt sind.

Taco Bell: Ich bin kein großer Fan des mexikanischen Fast Foods, so dass ich hier eher selten Gast bin. Am ehesten kann ich mich für den Burrito begeistern, eine Art mexikanischer Döner. Das Burrito-Menü bei Taco Bell kommt statt Pommes mit Nachos und Käsesauce, und der Inhalt des Burrito selbst besteht fast nur aus Bohnen, Reis und Fleisch. Die frischen Komponenten, also Tomatenwürfel und Koriander, sind fast gar nicht zu finden. Außerdem sind die Portionen so klein, dass man fast zwei Menüs braucht, um satt zu werden. Mein Tipp: Lieber zum kleinen mexikanischen Imbiss nebenan gehen.

Kentucky Fried Chicken: Auch hier esse ich eher selten, da mich paniertes Hähnchen nicht wirklich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Statt Pommes gibt’s hier Kartoffel- oder Maisbrei, das war mir vorher noch nie aufgefallen. Wenn es mich doch mal zu KFC verschlägt, nehme ich ein “Grilled Chicken Sandwich” (gegrillte, unpanierte Hähnchenbrust mit Salat, Tomate und einer Art Pfeffersauce, sehr lecker!) und einen “Chicken Barbecue Snacker” (kleines Brötchen mit ausgelösten Hähnchenfetzen, in rauchiger Barbecuesauce getränkt).

In-N-Out Burger: Momentan der absolute Renner hier in der Gegend. Wenn wir dort mittags hingehen wollen, müssen wir früh losziehen, denn ab 12 Uhr findet man keinen Parkplatz, geschweige denn einen Sitzplatz mehr, und der Drive-Thru ist so verstopft, dass Angestellte auf der Straße Bestellungen entgegennehmen (okay, das kann auch damit zusammenhängen, dass “unser” In-N-Out in der Nähe einer High School liegt). Das Menü ist absolut minimalistisch: Hamburger, Cheeseburger, Pommes. Das war’s. Ach ja, man kann noch entscheiden, ob man frische oder geröstete Zwiebel auf dem Burger haben möchte. Außerdem soll es einige “Geheimcodes” geben, mit denen man seine Bestellung noch etwas individueller gestalten kann. Der Clou an der ganzen Geschichte: Die Rohstoffe werden täglich frisch geliefert. Also keine fertigen, tiefgekühlten Pattys oder Pommes, sondern echte, frische Kartoffeln! Die werden dann vor den Augen der Kunden zerkleinert und frittiert. Und das ganze schmeckt auch noch gut und ist relativ günstig. Einziger Nachteil: Die Mitarbeiter werden offenbar dazu gezwungen, alberne weiße Schürzen und Kappen zu tragen…

Sommer (extended version)

Obwohl auch hier jetzt die Sonne schon um 17 Uhr untergeht, also bevor ich aus dem Büro komme, ist es ungewöhnlich freundlich für die Jahreszeit. Nachts sinken die Temperaturen schon mal unter zehn Grad, und es weht ein kühler Wind, aber tagsüber scheint die Sonne und die Lufttemperatur pendelt sich knapp unter 20 Grad ein. Warm genug also, um in der Mittagspause im kurzem Hemd zum Sandwichladen nebenan zu gehen. Oder um im Pullover mit offenem Verdeck zu fahren. Man darf nur nicht den Fehler machen und annehmen, dass das Wetter im Umkreis von 50 Meilen genauso schön ist. Wenn man dann z.B. an den Strand fahren will, kann es passieren, dass man in den Bergen plötzlich von kaltem Nebel eingehüllt wird, der umso dichter wird, je näher man an den Pazifik kommt.

Ansonsten pendelt sich das Leben so langsam hier ein. Kaum zu glauben, dass schon drei Monate vergangen sind. Wäre das ein sechsmonatiges Praktikum wie damals in 2001, dann wäre es jetzt schon halb vorbei.

Die nächsten Wochen versprechen ereignisreich zu werden: Letztes Wochenende feierte mein deutscher Kollege seinen 30. Geburtstag; diese Woche ist schon am Mittwoch zuende wegen Thanksgiving (mal schauen, was ich an dem langen Wochenende machen werde, meine Freunde hier sind leider in Texas bzw. Deutschland), dann kommt auch schon die Firmenfeier in Orange County und dann steht auch schon Weihnachten vor der Tür.

USPS hat sich übrigens wieder dazu entschlossen, trotz kaputtem Briefkasten die Post auszuliefern. Vielleicht weil sich langsam die Briefe bei ihnen stapelten? Mir soll’s recht sein, die Telefonrechnung usw. klaut sowieso keiner.

Internetanschluss & Posträuber

Seit Donnerstag habe ich endlich einen eigenen Internetanschluss! Eigentlich hatte ich ja einen bestellt, schon bevor ich eingezogen bin, nämlich einen 10Mbit-Kabelanschluss (10Mbit down- und upstream!) für $40 monatlich. Nach meinem Einzug und bevor der Anschluss geschaltet wurde, hatte ich zu meinem Ärger festgestellt, dass ein netter Nachbar sein WLAN offengelassen hatte (SSID: “Apt3189_allWelcome_plzDontAbuse”), über das ich auch ganz passabel surfen konnte, allerdings nur im Bereich der Küche. Also freute ich mich auf meinen Kabelanschluss, mit dem ich dann ja unbegrenzte Freiheit in der Wohnung hätte. Als es dann endlich soweit war, folgte die Ernüchterung: Die 10Mbit waren schon da, allerdings nur für ein paar Sekunden, dann wurden die Verbindungen zurückgesetzt. Der Anschluss hatte also extremen Schluckauf, eine normale Internetseite konnte ich nur durch mehrmaliges F5-Drücken komplett laden, wirklich mehr als nervig. Der Support war zwar über eine kostenlose 800er-Nummer erreichbar, allerdings hatte ich damals nur ein Handy, so dass mich auch solche Anrufe Geld kosteten. Nach 10 Minuten in der Warteschleife folgte ich dem Rat der Stimme auf dem Band, mein Anliegen doch über die Webseite vorzubringen. Die Antwort auf meine Mail an den Support: Ich solle doch bitte die Hotline anrufen. Als dort wieder mein selbst gesetztes Zeitlimit von 10 Minuten in der Warteschlange verstrich, platzte mir der Kragen und ich kündigte. Freundlicherweise wurde mir fast der komplette Monatsbeitrag erstattet.
Also nutzte ich zunächst weiter das kostenlose offene Netz der netten Nachbarn aus Apartment 3189, bis diese es aus heiterem Himmel vor zwei Wochen abschalteten (gerade dann, als ich mir die 1.5GB große Demo von “Hellgate: London” runterlud, aber das war sicher nur Zufall… *hust*). Es gab zwar weitere offene Netze, diese konnte ich aber nur in der Nähe des Balkons empfangen, und selbst dann nur sehr schwach. Es wurde Zeit, mir doch einen eigenen Anschluss zu besorgen. Nach dem Kabel-Reinfall war das gute alte DSL angesagt. Der Telefonanbieter AT&T hat da ein erstaunlich gutes Angebot: Festnetztelefonanschluss für nur $5.70 monatliche Grundgebühr. Da ist dann allerdings kein Schnickschnack wie Anzeige der Rufnummer des Anrufers, Rückruf bei besetzt usw. dabei (dass müsste man alles extra bezahlen), und die Minute Ortsgespräch kostet $0.15 bzw. $0.25 tagsüber. Für insgesamt $11 gibt es allerdings einen Anschluss mit Ortsgespräch-Flatrate, wenn man dies braucht. Der Hammer ist allerdings der günstigste DSL-Tarif: $10 pro Monat für einen 768kbit-Anschluss, inkl. Flatrate. Insgesamt zahle ich also $15.70 pro Monat für Festnetz und unbegrenztes Internet. Nice! Beim Bestellen erlebte ich aber doch einen kleinen Telekom-Moment: Der Anschluss selbst wurde sogar einen Tag früher geschaltet als geplant, nur meine DSL-Geräte kamen und kamen nicht. Ein Anruf ergab, dass meine Internetbestellung “nicht durchgegangen sei”. Einen Tag nach dem Anruf kam allerdings schon der UPS-Bote und brachte das Modem, was auch sofort funktionierte. Das Modem musste man übrigens für $49.95 bestellen, allerdings gibt es darauf einen $50 mail-in-rebate.
Diese Rabatte sind hier ziemlich oft anzutreffen: Man kauft etwas für den Betrag x, und wenn man die Quittung und den von der Verpackung ausgeschnittenen Barcode an den Hersteller schickt, sendet dieser einen Scheck über y Dollar zurück. Offenbar eine Mischkalkulation, denn ein bestimmter Prozentsatz ist sicher zu faul/vergesslich, dieses Formular auszufüllen und einzuschicken. Außerdem kann der Händler mit dem günstigen “After rebate”-Preis werben. Dass dies tatsächlich funktioniert, konnte ich bereits bei meiner neuen Kamera feststellen. Günstigster Preis in Deutschland: EUR 499, günstigster Preis in den USA: $449, nach Rabatt $399. Ein paar Wochen nach dem Einschicken lag tatsächlich ein Scheck von Pentax im Briefkasten.
Dies führt zu teilweise bizarren Angeboten: Mein Telefon war praktisch kostenlos! Im Laden kostete es mit zwei Mobilteilen (wobei ich da natürlich nur eins brauche) $29.95, aber es gibt $25 mail-in-rebate. Der “Haken”: Das Telefon hat eine spezielle Taste, mit der man über einen speziellen Call-By-Call-Anbieter telefoniert, der aber gar nicht so schlechte Preise hat. Wenn man diesen nicht nutzen will, ignoriert man die grüne Taste einfach. Das ganze funktioniert nur prepaid, d.h. man schließt keinen Vertrag und muss nicht fürchten, dass irgendwann eine Rechnung ins Haus flattert. Der Clou: Man hat $5.85 Startguthaben, für das man z.B. 100 Minuten nach Deutschland telefonieren kann. Zwei Telefone, $5.85 Guthaben plus $25 Rabatt für einen Preis von $29.95 plus 8.25% Mehrwertsteuer… Nicht schlecht. Man muss nur hoffen, dass die Post die Briefe mit dem Formular bzw. dem Scheck nicht verschlampt.
A propos Post: In dieser Hinsicht ist hier etwas extrem Ärgerliches passiert. Unser Apartmentkomplex hat offenbar ein Sicherheitsproblem, denn nachts werden gern mal Autos in der Tiefgarage aufgebrochen. Daran konnte auch eine verstärkte Präsenz des Sicherheitsdienstes nichts ändern. Als ich vor einer Woche zur Arbeit gehen wollte, sah der Vorraum zum Aufzug in der Tiefgarage aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Jemand hatte die Verkleidung der Briefkästen aufgehebelt, und der Boden war komplett bedeckt mit Prospekten, Zeitschriften und Briefen. Nicht weiter wild, dachte ich mir, denn ich leere ja meinen Briefkasten jeden Abend, wenn ich von der Arbeit komme. Das dicke Ende kam aber erst noch: Solange die Briefkästen nicht repariert sind, liefert die Post keine Briefe mehr aus! Und es wird noch mindestens zwei Wochen dauern, bis die entsprechenden Teile geliefert werden. Das Angebot des Apartment-Managements, die Post für uns in Empfang zu nehmen, lehnte die Post ab: Man liefert nur an den tatsächlichen Empfänger. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die nächsten (mindestens) zwei Wochen regelmäßig zum Postamt zu fahren und meine Post dort abzuholen. Öffnungszeiten: 8 bis 17:30 Uhr, super! Zum Glück liegt es fast auf dem Weg zur Arbeit.

Möbel endlich eingetroffen

Heute war es tatsächlich soweit: Nach vielen Wochen (zwölf?) des Wartens wurde endlich mein Umzugsgut aus Deutschland geliefert.

Zwischen acht und zehn Uhr morgens sollte der Truck aus Südkalifornien eintreffen, und pünktlich um 8:20 Uhr stand er vor den Toren des Avalon Silicon Valley. Drei nette Mexikaner schleppten den ganzen Krempel in gut 80 Minuten in mein Apartment. Mir graut schon davor, im nächsten Sommer höchstwahrscheinlich wieder umzuziehen: Von der Wohnungstür bis zur nächsten Parkmöglichkeit für einen LKW sind es gut 120 Meter. Über die Tiefgarage ist es sehr viel kürzer, die Einfahrt ist allerdings nur gut zwei Meter hoch.

Als mein Zeug so langsam meine Wohnung füllte, wich die Freude allerdings immer mehr der Ernüchterung: Den meisten Kram hätte ich wirklich nicht vermisst. Die Dinge, die ich wirklich gebrauchen kann und auf die ich mich gefreut hatte, kann ich an zwei Händen abzählen. Jetzt muss ich mir wirklich gut überlegen, was ich mit so manchen Sachen machen werde. Gerade das fehlende Arbeitszimmer macht sich bemerkbar, dort konnte ich so manchen unnützen Krempel verstecken: Alte Computerspiele, Sammelkarten usw.

Ich denke, ich werde noch ein paar Sachen bei ebay verkaufen. Bücher und CDs kann man problemlos der Bücherei spenden. Außerdem gibt es sogenannte “Thrift Stores”, denen man Zeug schenken kann, das man nicht mehr braucht, und die dieses dann für wohltätige Zwecke weiterverkaufen. Auf dass der nächste Umzug noch ein Stück leichter wird…