Südkalifornien, Surfen, Schmetterlinge
Die Würfel sind gefallen, die Einladungen verschickt: Unser diesjähriges Weihnachtsmeeting findet statt in… Südkalifornien. Genauer gesagt im St. Regis Monarch Beach (http://www.stregismb.com/), ein paar Meilen südlich von Laguna Beach, bekannt aus der gleichnamigen MTV-Fernsehserie. Einerseits sind wir etwas enttäuscht, weil das gerade mal eine Flugstunde von hier entfernt ist und dort nicht sooo viel Action ist, andererseits sieht das Hotel wirklich nett aus. Ich freue mich schon, und wenn ich mir die Fotos der letzten Weihnachtsmeetings anschaue, wird das sicher ein lustiges Wochenende. Und es wird interessant sein, endlich mal die Leute aus New York und Miami kennenzulernen, mit denen ich zusammenarbeite und die ich nur per Mail oder Telefon kenne.
Klarheit gibt es auch bei meinem Umzugsgut: Es hat den Zoll überwunden und steht in Long Beach bereit zur Auslieferung. Das Blöde ist nur, dass die Firma nur zwei Mal im Monat Richtung San Francisco liefert (das ist immerhin eine Entfernung von 600km) und ich die letzte Fuhre gerade verpasste. So muss ich also noch bis Anfang November warten. Naja, ich habe mich an das spartanische Leben gewöhnt und bin gar nicht mehr so scharf auf den ganzen Krempel.

Am letzten Wochenende verschlug es mich wieder in die Küstenstadt Santa Cruz. Das Faszinierende ist, dass man weniger als eine Stunde über die Hügel fährt, und das Lebensgefühl ändert sich komplett im Vergleich zum Silicon Valley. Während im Silicon Valley der Business-Casual-Look am häufigsten anzutreffen ist (Khaki-Hosen mit Hemd oder Poloshirt), ist der dominierende Style in Santa Cruz eher eine Mischung aus Gang-Mitglied, Surfer und Hippie.

Ich hatte nichts besonderes geplant für meinen Trip, und doch wurde ich gleich Zeuge von zwei Events: Ein Surfwettbewerb, wobei ich sehr wenig über diesen Sport weiß und ich nicht beurteilen konnte, ob da gute Leute dabei waren oder nicht. Aber immerhin gab es eine beachtliche Anzahl von Zuschauern, Kameras und Fotografen. Das zweite war eher ein Naturschauspiel: Von meiner Zeit hier vor sechs Jahren war mir ein besonderer Ort in Erinnerung geblieben, nämlich eine Lichtung in einem Eukalyptushain in Strandnähe, zu der ein Holzweg vom Besucherzentrum des “Natural Bridges State Park” führt (State Parks sind quasi kleine Versionen von Nationalparks, die von Rangers und Freiwilligen geführt werden), und auf der zu einer bestimmten Jahreszeit besonders viele Schmetterlinge zu beobachten sein sollen. Ich hatte keine Ahnung, wann diese Jahreszeit sein sollte, doch ich hatte Glück: In den ersten Oktobertagen jeden Jahres sammeln sich große Schwärme des Monarch-Schmetterlings auf genau dieser Lichtung, um nach ihrer alljährlichen bis zu 4000km langen Reise von Kanada und Nordamerika hier ihr Winterquartier aufzuschlagen. Manche flattern sogar weiter bis nach Mexiko. Bis zum späten Januar bleiben die Flatterviecher, und niemand weiß, warum genau diese Lichtung bei den Schmetterlingen so beliebt ist.

Ach ja, ich habe mal ein Album angelegt, in das ich die ganzen Fotos ungeordnet reinwerfe: http://picasaweb.google.de/Lars1607/Kalifornien


