Süchtig nach Green Goodness?

Der Name meines neuen Lieblingsgetränks klingt eher wie eine politische Richtung: “Green Goodness”. Erhältlich bei Lucky (vormals Albertson’s), der Liter kostet unverschämte $3,99, der halbe Liter $2,69. Er gehört zu einer Reihe von extrem leckeren Fruchtsäften und -smoothies des gleichen Herstellers mit ähnlich tollen Namen wie “Berry Boost” oder “Blue Goodness”. Der zähflüssige Saft schmeckt nach grünen Äpfeln und Kiwi und ist unwiderstehlich. Dabei ist es eher zum “functional food” zu rechnen, denn ein Glas enthält 120% des Tagesbedarfs an Vitamin A, außerdem Vitamin C (105%), Mangan (150%), Zink (120%), Folsäure (30%), Vitamin B6 (15%) und B12 (30%), Riboflavin (7%) und Eisen (15%).
Eben hatte ich mir zum ersten Mal die Zutatenliste angeschaut: Apfelsaft, Ananassaft, Mangopüree, Bananenpüree, Kiwisaft, natürliches Aroma, Spirulina-Algen, Chlorella-Algen, Ascorbinsäure, Limettensaft, Zinksulfat, Brokkoli, grüner Tee, Spinat, Gerstengras, Weizengras, blaugrüne Algen, Echinacea-Purpurea-Extrakt, geruchloser Knoblauch, Tamarindenpüree, Drachenfruchtsaft, Zitronen-Bioflavinoide, Jerusalemartischocke, Palmaria palmata (Lappentang, eine Rotalge).
Lecker!
Warum ich das alles schreibe? Ich habe grad einen Liter davon getrunken und bin wohl im Vitaminrausch.
Sonstige Neuigkeiten: Ich habe gestern endlich Nägel mit Köpfen gemacht und meine zu klein geratene Matratze umgetauscht. IKEA hat hier eine “love it or exchange it”-Regel: Wenn man seine Matratze nicht liebt (O-Ton), kann man sie gegen eine andere eintauschen. Hier war ich wieder einmal froh, ein Cabrio zu fahren: Ich konnte die zusammengerollte Matratze bequem mit offenem Verdeck transportieren, das Wetter gestern Abend war herrlich, im Gegensatz zu heute, wo frecherweise weniger als 20 Grad herrschen.
Auch das Lattenrost konnte ich zurückgeben, gegen Cash. Nur auf dem zu kleinen Bett sitze ich fest, denn die Originalverpackung habe ich bereits entsorgt, und eigentlich kann man nur unbenutzte Möbel umtauschen. Aber egal, die erste Nacht ohne heraushängende Füße war traumhaft, denn ich habe auch gleich das teurere, dickere und viel bequemere Modell genommen. Jetzt fehlt nur noch das passende Bett, mal schauen, ob ich das kleine loswerde oder ebenfalls entsorge und abschreibe (wenigstens hat es nur $90 gekostet, und selbst das ist noch zuviel gewesen für den Haufen Sperrholz).
In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es in Mountain View den ersten Mord seit zwei Jahren: Nachts gingen vier Leute in einem Park “spazieren”, 5km von meinem Büro entfernt, in der weniger schönen Gegend von Mountain View, als einer von ihnen eine Waffe zog und einen anderen aus der Gruppe mit mehreren Schüssen niederstreckte. Das Opfer, das mit dem Täter offenbar befreundet war, wurde ins Unikrankenhaus von Stanford eingeliefert und dort für tot erklärt. Aufgrund der Zeugen konnte der Täter einen Tag später festgenommen werden. Opfer und Täter gehörten offenbar zu einer Gang aus Santa Clara.
Naja, ich denke, in Hamburg kommt so etwas auch öfter vor. Nur wird dort eher mit Messern als mit Schusswaffen hantiert…

Oktoberfest am Pazifik

Wie bereits angekündigt, besuchten wir am letzten Wochenende das geheimste Oktoberfest westlich des Weißwurstäquators. “Eingeborene” Kollegen kannten zwar den Club, wussten aber nicht, dass dort solch ein Fest stattfindet. Es gibt keine Internetseite (rund um San Francisco eigentlich undenkbar), und Werbung wurde auch keine gemacht. Ich war mir schon nicht mehr ganz so sicher, ob wir nicht einer Fehlinformation aufgesessen waren.

Als wir gegen 14 Uhr ankamen, zerstreuten sich meine Bedenken: Der Parkplatz war natürlich schon überfüllt, und auch die Straßenränder waren schon zugeparkt wie bei einem schleswig-holsteinischen Scheunenfest, so dass wir unser Auto noch zwei Kilometer weiter an einem Berghang abstellen mussten, hinter zwei Amerikanerinnen mittleren Alters. Diese wurden auch gleich nach dem Weg gefragt, und sie gaben an, eine Abkürzung zu kennen, so dass wir ihnen vertrauensselig folgten. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Die rutschigen Abhänge sind wir umsonst heruntergeschlittert (ich hatte in weiser Voraussicht meine Wanderschuhe angezogen, was sich wirklich bezahlt machte), denn der Weg führte einfach wieder zur Straße hinauf, kurz vor dem offiziellen Parkplatz. Von diesem waren es dann nur zwanzig Minuten steil bergab gehender, aber asphaltierter Fußweg.

Nach diesen Strapazen hatten wir uns unser kühles Bier redlich verdient, doch zunächst erwartete uns eine lange Schlange am Kartenschalter. Zum Glück hatten wir von einer in der Nähe wohnenden Freundin, die bereits vor uns gekommen war, Karten kaufen lassen ($15 pro Person), was wirklich schlau war, denn ich glaube, kurz nach uns wurde der Einlass geschlossen, weil die maximale Kapazität erreicht war (das scheint übrigens behördlich überwacht zu werden: An jedem öffentlichen Ort, sei es im McDonalds oder im US-Konsulat in Frankfurt, findet man ein Schild, auf dem die Maximalkapazität des Raumes angeschrieben ist).

Der “Tourist Club” ist eine wirklich sehr schön gelegene Anhäufung hübscher, auf verschiedenen Ebenen gelegener und mit Treppen verbundener Holzhäuser. Die Wände sind bunt angemalt und mit Wappen und Schriftzügen wie “Garmisch” verziert. Ein alpenländisches Gefühl mochte trotzdem nicht so recht aufkommen, ich weiß nicht recht, ob es an der mangelnden Authentizität oder der kalifornischen Flora und dem Klima lag. Auf der untersten Ebene befand sich eine kleine Bühne und eine gut besuchte Tanzfläche, auf der gerade eine beleibte, ältere Frau im Trachtenkleid und mit starkem osteuropäischen (?) Akzent versuchte, die Menge zum Polkatanzen zu animieren, mit gutem Erfolg. Dahinter befand sich die Bierausgabestelle (1-Liter-Pitcher Bier: $15, das lokal gebraute Hefeweizen war zum Wegkippen, das “Helle” und “Märzen” dagegeben gut trinkbar), und weiter oben das Restaurant und die sanitären Einrichtungen. Für das leibliche Wohl gab es allerlei Köstlichkeiten: “Bratwurst” (offenbar Thüringer), “Polish” (eine Art Krakauer?) sowie “Hotdog”, für den nicht ganz so experimentierfreudigen Amerikaner, alles im pappigen Brötchen serviert. Sauerkraut durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen, und als Nachtisch gab es eine Art Kuchen, den ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

Die Musik wechselte wild zwischen Polka, einer Art irischem Volkstanz (glaube ich), dem Ententanz (Publikumsliebling, wurde sogar zwei Mal von der Kapelle gespielt), und Klassiker wie “In München steht ein Hofbräuhaus” kamen natürlich auch zum Zuge. Wie so oft herrschte Männermangel auf der Tanzfläche, so dass wirklich jeder einmal ran musste, mit stark wechselhaftem Vergnügen.
Wenn man sich zum Bierholen durch die Menge kämpfte, hörte man viele deutsche Stimmen. Um so erstaunlicher, dass der “harte Kern” in Lederhosen aus allen Teilen der Welt kam. So steckte beispielsweise hinter dem 80jährigen augenscheinlichen Ur-Bayern ein waschechter Sizilianer.

Nach dem Fest fuhren wir noch zu den Nachbarn eines der Au-Pairs, die während des Urlaubs der Nachbarn auf deren Haus aufpasste. Was für eine Luxusherberge! An einem Hang gelegen, mit riesiger Edelholzterrasse auf zwei Ebenen, Hängematte, ein kleines Tal überblickend… Und darauf wir, mit Weißwein, Hühnchen aus dem Supermarkt, Weißbrot, Käse, Bier, im Sonnenuntergang speisend. Ich fühlte mich wie in einer dieser amerikanischen Serien.

Auf dem Rückweg, kurz vor der Golden Gate Bridge fiel dann Marius ein, dass er seinen Schlüssel im Haus hat liegenlassen. Kein Problem, er ist einfach über seinen Balkon eingestiegen. Soviel zum Thema Einbruchsicherheit…

Erste Zwischenbilanz

Da ich jetzt ziemlich genau einen Monat hier bin, wird es Zeit für das erste Resümee:
Ich hatte damit gerechnet, dass die ersten Tage hart werden, aber es war wirklich schlimmer als erwartet. Am liebsten wäre ich direkt in den nächsten Flieger nach Deutschland gestiegen, und ständig diese Frage: Warum mache ich das eigentlich, ich hätte doch ganz einfach dableiben können und alles wäre gut? Nachdem aber nach und nach alle Hürden überwunden wurden, kann ich im Moment nur sagen: Ich habe alles richtig gemacht. Alle Bedenken haben sich zerstreut, alles ist genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch die negativen Seiten, aber mit denen kann ich leben.

Es gibt nur wenige Dinge, die ich im Nachhinein (wenn ich das jetzt schon beurteilen kann) anders machen würde. Erstens: Ich hätte mir erst einmal für einen Monat ein möbliertes Apartment nehmen sollen, auch wenn es teurer ist, um in Ruhe nach einer Wohnung zu suchen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich diese hier nicht genommen, wenn sie nicht sofort verfügbar gewesen wäre, das war ein sehr großes Argument. Andere, günstigere und besser gelegene Apartments wären auch okay gewesen, aber erst Wochen später verfügbar, und ich wollte sofort aus dem Hotel, das hat die Optionen stark eingeschränkt. Aber jetzt habe ich erst einmal zehn Monate Zeit, mir zu überlegen, wo meine nächste Wohnung sein wird. Vielleicht bleibe ich auch hier? Immerhin hat dieser Apartmentkomplex Platz zwei bei den Luxusapartments im Silicon Valley bei der Leserwertung im “Wave Magazine”, dem kostenlosen Stadtmagazin von San Jose und Umgebung gewonnen. Im gleichen Magazin entdeckte ich auch einen 15%-Coupon für das Sportgeschäft, in dem ich buchstäblich einen Tag vorher neue Laufschuhe gekauft hatte. Grr.
Ein weiterer Fehler: Ich nahm an, dass wie in Deutschland bei den Bettengrößen nur die Breite variiert, und holte mir ein “Full size”-Bett mit ca. 140cm Breite. Leider ist das nur 189cm lang, was bei 183cm Körpergröße schon etwas knapp bemessen ist. Die nächste Größe, “Queen size”, ist bei 160cm Breite immerhin 202cm lang. Ideal wäre gewesen “California queen size” (gibt’s leider nicht bei Ikea) mit großzügigen 153×213cm. Hinterher ist man immer schlauer. Mal schauen, ob es eine Gelegenheit für ein Upgrade gibt. Vielleicht beim nächsten Umzug?

Bis auf die Miete sind die Lebenshaltungskosten eigentlich nicht viel anders als in Deutschland, vieles ist sogar günstiger. Für meine Teilkasko zahle ich $50 pro Monat, und neulich kam die erste Stromrechnung: $5.48 für 14 Tage! Anders als in Deutschland wird hier monatlich der Verbrauch zentral abgelesen und abgerechnet. Die Kilowattstunde kostet $0.114, und das beim Monopolisten PG&E. In Deutschland ist selbst Billigstrom doppelt so teuer! Und eine Grundgebühr scheint es auch nicht zu geben. Nur eine Kaution musste ich hinterlegen, wegen meiner fehlenden Credit history. Das scheint einen hier überall zu verfolgen.

Allerdings gibt es auch hier einen Fortschritt zu verzeichnen: Bei einer der Agenturen bin ich mittlerweile im System, keine Ahnung wodurch. Vielleicht wird einiges einfacher dadurch.
Das einzige, was außer Miete teurer ist: Lebensmittel, weil es keine kleinen Discounter wie in Deutschland gibt. Dafür sind die Waren dann auch von entsprechender Qualität. Das Obst ist unglaublich gut! Bevor das Silicon Valley von Computerfirmen überrannt wurde, war es nämlich eines der Obstanbauzentren der USA, und das merkt man heute noch. Ebenfalls unverschämt teuer: Süßstoff und Toilettenpapier. Warum? Keine Ahnung. Was mir außerdem im Supermarkt auffällt: Abgepackte Wurst ist unglaublich lang haltbar, im Moment bis Dezember. Offenbar wird das mit den Konservierungsmitteln hier nicht so eng gesehen?

Der Konsumterror ist auch etwas stärker ausgeprägt. Während man in Deutschland “nur” vor Weihnachten, Ostern, Muttertag, Valentinstag malträtiert wird, scheint es hier alle zwei Wochen einen neuen Grund für Verkaufsoffensiven zu geben. Letzte Woche war es “Back to school”, das Ende der großen Sommerferien, und jetzt steht alles voller Kürbisse und alberner Accessoires für Halloween. Als nächstes müsste dann eigentlich Thanksgiving dran sein… Zum Glück habe ich (noch?) keinen Fernseher, aber schon die Radiowerbung nervt gewaltig.
Morgen geht es mit meinem Kollegen, dessen Kumpel, einer Freundin und den Au-Pairs zum “Oktoberfest” im Tourist Club Mill Valley. Der Ort nördlich von San Francisco, wo ich vorletztes Wochenende war. Der Tourist Club ist offenbar ein nicht so geheimer Geheimtipp, eine Art Berghütte, die man nur nach einem mehrere Kilometer langen Fußmarsch erreicht. Ich bin gespannt.

Express-Autokauf

Am Freitag war ja endlich der erste Zahltag, und ich erwartete eine großzügige Entlohnung. Zusammen mit etwas Geld, das ich aus Deutschland überwiesen hatte, würde es sicher für ein nettes Auto reichen. Überraschung Nummer 1: Statt Überweisung (“direct deposit”) wurde mir ein Scheck in die Hand gedrückt, weil die Kontoverbindung so erst bestätigt werden müsse. Komisch nur, dass der Vorschuss bereits per direct deposit überwiesen wurde?
Also bin ich in der Mittagspause sofort zur Bank schräg über die Kreuzung, um den Scheck einzulösen. Überraschung Nummer 2: Nur $100 von dem Betrag sind sofort verfügbar, der Rest wird sieben Arbeitstage gesperrt, weil ich ein Neukunde bin. Offenbar eine Vorsichtsmaßnahme gegen Scheckbetrug. Wegen des Feiertags und zwei Wochenenden dazwischen hieß das, ich müsste fast zwei Wochen warten, bis ich über das Geld verfügen könnte. Noch zwei Wochen Busfahren? No way. Ich rechnete schnell aus, was ich abzüglich der fälligen Miete noch zur Verfügung hatte und schaute bei Craig’s List, der Anzeigenbörse im Internet, nach passenden Angeboten. Gleich die erste Anzeige war genau das, was ich gesucht hatte.

Ich rief sofort an, und es meldete sich ein Inder, der gerade an die East Bay gezogen ist und sich wegen des weiten Weges ein Hybridauto gekauft hat, und sein altes Auto jetzt loswerden wollte. Direkt nach der Arbeit setzte ich mich in den Zug, um ihn bei seiner Arbeitsstelle zu treffen und mir das Auto anzuschauen. Es fuhr gut, alle elektronischen Spielereien funktionierten, er hatte gerade die Bremsen neu machen lassen, auch die Batterie und die Reifen waren weniger als ein Jahr alt. Für Baujahr 2000 war er mit knapp 78.000 Meilen für amerikanische Verhältnisse auch recht wenig gelaufen. Der Haken: Das Äußere war ziemlich lädiert. Keine großen Schäden, aber viele kleinere Dellen, an ein paar tiefere Kratzer und Steinschläge, nichts, was man aus mehr als zwei Metern Entfernung sehen könnte. Ich sagte ihm, ich werde seine Angaben prüfen und er solle mich am nächsten Tag anrufen.

Dazu gibt es nämlich eine ziemlich geniale Sache hier in den Staaten: Für ein paar Dollar Gebühren gibt man die Fahrgestellnummer bei einer Internetseite ein und erhält einen kompletten Lebenslauf des Autos. Eingetragen sind Dinge wie Besitzerwechsel und die jeweilige Laufleistung, etwaige Unfälle, Versicherungsfälle, sogar Servicechecks sind vermerkt. Die Angaben des Inders stimmten, nur hatte er verschwiegen, dass das Auto als Mietwagen verwendet wurde, bevor es von ihm auf einer Auktion gekauft wurde. Mit Mietwagen wird ja in der Regel nicht so pfleglich umgegangen, aber andererseits hat er ihn jetzt seit sieben Jahren gefahren und keine größeren Probleme gehabt.

Am nächsten Morgen rief er an und wir verabredeten, dass er mich abholen solle. In meiner Erinnerung sind die Beulen und Kratzer riesengroß geworden, und ich war erleichtert, als ich das Auto wieder erblickte und die Schäden wirklich nur kosmetischer Natur waren.

Als wir dann den Abgastest machten (obligatorisch beim Besitzerwechsel), gab es eine weitere Überraschung: Der mexikanische Tester erklärte uns, er könne keine Verbindung zum Bordcomputer herstellen und somit den Test nicht durchführen. Wir mögen doch zum Händler fahren, der das Problem mit seinem Diagnosegerät überprüfen solle, oder bei einer anderen Station unser Glück versuchen.

Ziemlich perplex sind wir zur nächsten Station gefahren. Während wir darauf warteten, an die Reihe zu kommen, rief Navin (so der Name des Verkäufers) den nächstgelegenen Händler an, ob die Serviceabteilung am Samstag geöffnet sei, und ich versuchte ihm anschließen beizubringen, dass falls wirklich der Bordcomputer defekt sei, ich mich nach einem anderen Auto umsehen werde. Diesmal funktionierte der Test allerdings problemlos. Die wahrscheinlichste Erklärung: Das Auto war von Navin damals nachträglich mit einer Diebstahlsicherung ausgerüstet worden, die eine Minute nach Stoppen des Motors die komplette Bordelektronik totmacht, so dass das Auto nicht gestartet werden kann. Vermutlich ist auf dem ersten Prüfstand diese Minute vergangen, und der Tester hat die Diebstahlsicherung nicht deaktiviert, und ohne Strom gibt es logischerweise auch keine Verbindung zum Bordcomputer. Der zweite Tester war offenbar schlau genug, die Diebstahlsicherung wieder auszuschalten. Die zweitwahrscheinlichste Erklärung: Das erste Testgerät war einfach defekt.

Jetzt hatten wir ziemlich viel Zeit verloren, und die Banken schließen am Samstag bereits um ein Uhr. Auf den letzten Drücker klappte es noch: Ich war buchstäblich der letzte Kunde, der noch hineingelassen wurde. Trotzdem musste ich 20 Minuten in der Schlange warten, weil ja am Freitag Zahltag war und am Montag die Banken wegen Labor Day geschlossen sind. Ich holte mir einen “bank check”, der auf eine bestimmte Person ausgestellt wird und dessen Summe garantiert ist, für beide Parteien eine sichere Sache also, und tauschte diesen Scheck gegen das Auto. Seit Samstag, 14 Uhr war ich wieder Autofahrer! Aber jetzt endlich ein paar Fotos:


Es handelt sich um einen Chrysler Sebring JX, das Basismodell, das aber trotzdem mit ein paar Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, Tempomat, elektrischem Verdeck, Zentralverriegelung usw. aufwarten kann. Das Radio schluckt noch Kassetten, das muss ich also demnächst austauschen. Soweit bin ich wirklich zufrieden mit dem Auto. Erstaunlich, was man hier für $5.000 bekommen kann!

Heute ging es auch gleich damit zum Strand. Diesmal zum Stinson Beach nördlich von San Francisco, mit meinem Kollegen und einer Bekannten von ihm, um dort einen weiteren Bekannten und zwei deutsche Au pairs zu treffen.

Die beiden Mädels hatten dort einen der Lifeguards kennengelernt, die Baywatch-mäßig auf so einem Turm rumlungerten. Dieser hatte ein Jahr in München studiert, konnte wirklicht gut deutsch und wollte jetzt Philosophie studieren (echt wahr!).

Anschließend ging es noch mexikanisch essen, übrigens nur wenige Meilen von dem Ort entfernt, wo einst Andre Agassi und Steffi Graf residierten (das Haus steht jetzt für wenige Millionen Dollar zum Verkauf) und noch etwas Billard spielen, wo ein kleiner Möchtegern-Gangster offenbar unter Drogen stehend etwas Ärger machte, was bis jetzt allerdings das einzige negative Erlebnis in dieser Hinsicht hier war.

Morgen früh muss ich als erstes zur Zulassungsstelle, um den KFZ-Brief auf mich umschreiben zu lassen. Die Tage werden bestimmt schön beginnen, wenn man mit offenem Verdeck zur Arbeit cruisen kann!