Wohnungssuche

Ich hatte ja schon befürchtet, dass die Wohnungssuche schwierig wird, aber in Wirklichkeit ist es ein echter Alptraum. Gestern habe ich sechs Apartmentkomplexe besichtigt, und entweder waren sie unglaublich schäbig, oder viel zu teuer (Spitzenreiter: $2188 pro Monat für eine Zwei-Zimmer-Wohnung). Besonders gewöhnungsbedürftig ist die Standardbauweise hier: Ein paar Holzbalken bilden die Struktur. Darauf werden Sperrholzplatten genagelt, die die Wände bilden. Die Wände werden mit Isolationsmaterial gefüllt (teilweise noch mit Asbest versetzt). Man kann sich vorstellen, dass die Lärmisolierung eher dürftig ist. Die Sperrholzplatten werden meist direkt mit Wandfarbe bemalt (in älteren Wohnung teilweise Bleifarbe). Gebäude, die solche gesundheitsgefährdeten Stoffe enthalten, müssen mit einem Schild an der Eingangstür darauf hinweisen. Dort steht aber nicht genau drauf, um welche Chemikalien es sich handelt. Es kann sich also einfach um das Chlor für den Swimmingpool handeln, oder um ein krebserregendes Holzschutzmittel.

Nachdem ich heute etwas herumgefahren bin, habe ich ein riesiges Anwesen mit 711 Apartments, zwei Swimmingpools, Sauna und Fitnesscenter entdeckt. Sie hatten sogar ein passendes Apartment zum sofortigen Bezug, im zweiten Stock mit Kamin und Balkon, im Zentrum des Komplexes, so dass man überhaupt keinen Straßenlärm hört. Nach ausführlicher Besichtigung begann ich mich schon zu freuen, dass meine Wohnungssuche ein Ende gefunden hätte. Nachdem ich den Scheck für Kaution und “Antragsgebühr” ausgestellt habe, kam allerdings die böse Überraschung: Ich habe keine “credit history”, vergleichbar mit der deutschen “Schufa-Auskunft”. Aber da ich vor sechs Jahren hier war, müsste doch eigentlich eine Akte über mich existieren? Da ich weder Kreditkarte noch Kredit hier hatte, würde meine Kreditwürdigkeit eher niedrig sein (Ami-Logik: Wer verschuldet ist, aber immer pünktlich zahlt ist kreditwürdiger als jemand, der gar keine Schulden hat), aber gar kein Eintrag? Das ist schlecht, denn speziell dieser Apartmentkomplex verlangt in solchen Fällen einen zusätzlichen Bürgen, eine höhere Kaution ist nicht ausreichend (das wird aber noch mit dem Manager geklärt). Mal sehen, ob ich das irgendwie lösen kann. Vielleicht kann mein Arbeitgeber irgendwie aushelfen?

Klappt das nicht, muss ich wohl versuchen, einen privaten Vermieter zu finden, oder gar in eine WG ziehen.

Morgen ist mein erster Arbeitstag, ich hoffe wirklich, dass alles glatt geht und sich meine Laune dadurch etwas bessert…

Noch keine Kommentare. Sei der erste!.

Kommentieren